Ratgeber Tourette Syndrom

Informationen für Betroffene und Interessierte

Was ist das Tourette-Syndrom?

Das Tourette-Syndrom gehört zu den neurologisch-psychiatrischen Krankheiten. Als neurologische Krankheit betrifft es das Nervensystem, während die Komponente „psychiatrisch“ das Tourette-Syndrom zugleich in die Reihe seelischer Erkrankungen eingliedert. Charakteristisch für das Tourette-Syndrom sind sog. Tics. Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) definiert Tics als eine „unwillkürliche, rasche, wiederholte, nichtrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen oder eine Lautproduktion, die plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient.“

Zu den Tics beim Tourette-Syndrom können etwa wiederholtes Blinzeln, Hüpfen, Schulterzucken, aber auch der Gebrauch von Schimpfwörtern gehören. Das Magazin Der Spiegel hat Tics einmal mit dem Niesen verglichen: Man kann sie bisweilen unterdrücken, aber nicht auf Dauer aufhalten. Tics sind also keine Angewohnheiten, die Betroffene mit Willensstärke unterbinden können.

Tourette-Syndrom: Tics sind nicht gleich Tics

Wann spricht man vom Tourette-Syndrom?

Bei Patienten mit Tourette-Syndrom treten meist ein vokaler und mehrere motorische Tics vor dem achtzehnten Lebensjahr des Patienten auf. Das Auftreten der Tics muss allerdings keineswegs gleichzeitig geschehen, damit man von einem Tourette-Syndrom spricht. Der InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom nennt folgende Zusatzkriterien, die für die Diagnose Tourette-Syndrom gegeben sein sollten: Die Tics treten mehrfach am Tag in einem Zeitraum von über einem Jahr auf und bei Betroffenen gibt es maximal zeitliche Phasen von drei Monaten, in denen sie komplett frei sind von Tics.

Benannt ist das Tourette-Syndrom nach dem französischen Arzt Georges Gilles de la Tourette. Von ihm stammt eine wissenschaftliche Beschreibung des Syndroms aus dem Jahr 1885. Zeitweise geriet seine Beschreibung des Syndroms aber in Vergessenheit, sodass es auch bei vorhandenen Symptomen nicht diagnostiziert wurde. Das Tourette-Syndrom kann von einer Reihe anderer Krankheiten oder Störungen begleitet werden, etwa von Zwängen, Angststörungen oder einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Ansgar Sadeghi

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Tourette-News von Curado.de

  • Eigener Körper außer Kontrolle - bessere Versorgung für Patienten mit Tourette-Syndrom
    Unkontrolliertes Zucken und Bewegen, ungehemmtes Räuspern und Grunzen oder das Verwenden von Kraft- und Fäkalausdrücken können Anzeichen einer Tic-Störung sein, die vor allem bei Kindern im Alter von drei bis elf Jahren erstmals auftritt.
  • Symptome und Diagnose des Tourette-Syndroms
    Das Tourette-Syndrom zählt zu den sog. Tic-Störungen. Das charakteristischste Krankheitszeichen des Tourette-Syndroms sind Gesichts- oder Nervenzuckungen, die als Tics bezeichnet werden. Diese können sowohl Bewegungen bzw. Bewegungsmuster als auch Lautäußerungen bzw. gesprochene Worte umfassen.
  • Ursachen und Entstehung des Tourette-Syndroms
    Bis heute ist es Medizinern nicht möglich, das Tourette-Syndrom mithilfe apparativer Methoden nachzuweisen. Es ist also nicht bekannt, welche Veränderungen im Gehirn die für das Tourette-Syndrom typischen Symptome auslösen. Auch die Ursachen, die zur Entstehung der Erkrankung führen, liegen bis heute im Dunkeln.
  • Therapeutische Ansätze zur Behandlung des Tourette-Syndroms
    Bisher ist es noch nicht gelungen, einen Wirkstoff zu entwickeln, der in der Lage ist, die beim Tourette-Syndrom auftretenden Tics verschwinden zu lassen und somit die Erkrankung zu heilen. Es gibt jedoch pharmakologische Substanzen und spezielle nichtmedikamentöse Verfahren, mit denen die Symptome gelindert werden können.